Veranstalter des Jahres 2008: Reiner Sengstake

Der Breitensportausschuß des HLV ehrt einmal im Jahr einen verdienten Veranstalter. Gewürdigt wird damit diese wichtige Arbeit – die ja meistens im Hintergrund geschieht.

Reiner SengstakeReiner Sengstake wurde am 14.09.1947 in Heide geboren. Seit seiner Jugend war er Fußballer und dieses wollte er auch nach seinem Umzug im Jahre 1971 nach Wilhelmsburg machen. Er schloss sich deshalb dem ESV Einigkeit an . Hier kam er mit den Anfängen des Volkslaufes in Wilhelmsburg in Berührung. Mit der Zeit wurde dieser Volkslauf ein kleines Volksfest für die Mitglieder des Vereins. Es wurde gewandert, auf  Bollerwagen waren die Getränke und die Verpflegung untergebracht, denn es galt sich gut zu versorgen um diese Wanderungen zu „überstehen“. Auch wurden an den verschiedensten Posten („alles Vereinsmitglieder”) Getränke und Speisen ausgetauscht.

Im Jahre 1999 übernahm Reiner Sengstake den Posten des Volkslaufwartes. Aus dem Kreise seines Kegelclubs war der Entschluss gefasst zu helfen, nachdem sein Vorgänger zurückgetreten war. Nur 8 Wochen vor dem Veranstaltungstermin traf sich das Team im Vereinshaus mit einigen anderen Vereinsmitgliedern. Die Aufgaben wurden verteilt und Reiner Sengstake war mit Hein Hausschildt – leider inzwischen verstorben – für die Strecke und das Stadion  zuständig. In der Nach besprechung dieses Laufes wurde er daher gefragt – Wortführer war hierbei Herbert Andre sen – ob er nicht das Amt des Volkslaufwartes übernehmen möchte. Unter der Bedingung, dass alle auch in Zukunft helfen, hat er dieses dann gemacht. Auch im Kegelclub gab es keinen, der nicht helfen wollte. So war der Tag der Volkslaufveranstaltung auch immer ein Tag des Kegelclubs.

Seine erste Amtshandlung war es dann, dem Volkslauf einen Namen zu geben, denn die Teilnehmerzahlen waren immer weiter gesunken. Der Wilhelmsburger Insellauf wurde seit 2000 unter diesem Namen ausgeschrieben. Hierbei ging es Sengstake nicht nur darum etwas für seinen Verein zu tun, sondern auch um seinen Stadtteil Wilhelmsburg. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wilhelmsburg nicht gerade einen guten Ruf. Die zweite Neuerung war die Einführung eines Kinderlaufes, um auch Kindern aus dem Stadtteil den Spaß und die Freude am Laufen zu vermitteln und auch um sie von der Straße zu holen und für den Sport zu gewinnen. Die langjährige Ortsamtsleiterin Heike Severin wurde für den Startschuss gewonnen.

Seit der Fusion der großen Wilhelmsburger Sportvereine landete Sengstake als „Einzelkämpfer“ der Sparte Volkslauf  beim SV Wilhelmsburg. Seine beiden Mitstreiter Herbert Andresen und Hein Bruhn gehörten der Sparte Handball an.

Das Team hatte dort „freie Hand“ in der Gestaltung des Insellaufes und begann diesen in den Folgejahren zu einem Höhepunkt des Wilhelmsburger Insellebens zu entwickeln. Immer 14 Tage vor dem Hamburg Marathon trafen sich die Volksläufer auf der Elbinsel und bis zum Jahre 2006 hatte die Teilnehmerzahl in den verschiedenen Laufdisziplinen von 1200 Meter (Schüler) bis 20 km annähernd 800 erreicht. Die liebevoll handgearbeiteten „Eisenanbahnmedaillen“ erfreuen sich bei Läufern und Sammlern großer Beliebtheit.

2007 entschloss sich Sengstake mit seiner Familie zurück in die „alte Heimat“ nach Schleswig-Holstein zu ziehen. Nachdem sich innerhalb des Vereines niemand fand, der diesen Lauf übernehmen wollte ereilte ihn der Anruf eines anderen „zugezogenen“ Wilhelmsburgers. Karsten Schölermann zögerte keine Sekunde.

Auch künftig wird es jedes Jahr eine neue Eisenbahnmedaille geben. Reiner Sengstake hat dem Insellauf Wilhelmsburg während seiner fast 9jährigen Amtszeit ein unverwechselbares Bild gegeben. Zusammen mit seinem Team um Herbert Andresen und Hein Bruhn wurde aus einem einfachen Volkswandertag einer der traditionsreichsten und ältesten etablierten Volksläufe in Hamburg.

Das „kleine Werk“ – wie er bescheiden sagt – trägt seine Handschrift.

„Wir waren in all diesen Jahren eine große Familie, auch wenn ich als Volkslaufwart die letzte Entscheidung hatte, muss ich immer wieder sagen, dass ohne die Hilfe aller, hier Namen zu nennen sprengt den Rahmen,  dieses alles nicht so zu schaffen gewesen wäre. Zusammen mit Herbert Andresen und Heinrich Bruhn waren wir sozusagen das „Dreigestirn des Wilhelmsburger Insellaufes“ und fast unschlagbar.

Ich bin dankbar das ich etwas in meinen 37 Jahren, die ich mit meiner Familie in Wilhelmsburg gewohnt habe, für diesen Stadtteil tun konnte.“

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